Kirche St. Johannis

Kurzer Abriss der Geschichte der St. Gumbertus-Kirche

Die Kirche St. Johannis, die dem Täufer Johannis gewidmet ist, wird 1139 erstmals urkundlich erwähnt.
Die heutige Form erhielt sie in den Jahren 1410-1458 als gotische Hallenkirche (Staffelhalle oder auch Pseudobasilika) genannt, mit einem höheren Zellengewölbe ohne Fenster in der Mitte und zwei einfachen Kreuzgewölben in den Seitenschiffen.

Die zwei Türme weisen in der für die Zeit unterschiedliche Formen auf:

  • Der Südturm mit einem Kreuzgewölbe, aus einer früheren Bauphase
  • Der reich verzierte Nordturm mit einem Netzgewölbe sowie einem Treppenhaus.

Als Bauherren werden Endres Embhardt sowie Wilhelm Kreglinger genannt, wobei nur letzterer urkundlich erwähnt wird.
Besonders die Kirchenfenster im Chorraum mit der Darstellung unter anderem Martin Luthers, aber auch der Propheten sowie den beiden Evangelisten Matthäus und Markus sind herausragend und wurden 1903 von der Münchner Hofglasmalerei Franz Xaver Zettler geschaffen.
In der Fürstengruft waren die Sarkophage der Ansbacher Markgrafen und ihrer Angehörigen untergebracht, die 1665 nach der Plünderung von Soldaten Tillys im Münster Heilsbronn im dreißigjährigen Krieg nach Ansbach verlegt wurden. Erst 1977 erfolgte eine neue Verlegung in die Krypta nach St. Gumbertus.
 

Seit 1436 ist St. Johannis eine selbstständige Pfarrei, die heute rund xy tausend Mitglieder hat.
In der Kirche St. Johannis finden regelmäßige Gottesdienste, Konzerte sowie Ausstellungen zu christlichen Themen statt. Auf der Empore befindet sich die Rieger-Orgel, gebaut 1962 und 1991 überarbeitet.
Erwähnenswert ist noch die St. Johannis Glocke, die als älteste Glocke (ca. 1400, Schlagton fis) Ansbachs gilt, und nach Weltkriegen (die die Kirche unbeschadet überstanden hatte) nach St. Gumbertus zu geben. Für St. Johannis wurden zwei neue beschafft die im Gloria Motiv d-e-g erklingen.
 

Kirche St. Johannis außen
Bildrechte John B. Pohler
Chorraum St. Johannis
Bildrechte John B. Pohler
Tauffenster der Kirche St. Johannis
Bildrechte John Pohler
Lichtspiel in St. Johannis
Bildrechte John B. Pohler
Seitenschiff der Kirche St. Johannis
Bildrechte John Pohler
Blick zur Decke der Kirche St. Johannis
Bildrechte John Pohler
Rieger-Mühleisen-Orgel der Kirche St. Johannis
Bildrechte John Pohler
Darstellung des Abendmahls im Fenster der Kirche St. Johannis
Bildrechte John Pohler

Ausführliche Geschichte der Kirche St. Johannis

Die Geschichte von St. Johannis ist eng mit der Entstehung Ansbachs verknüpft. Bereits um 748 dankte Papst Zacharias dem fränkischen Edelmann Gumbertus für die Gründung eines Marienklosters am Zusammenfluss von Rezat und Onoldsbach (heute Ansbach). Im 11. Jahrhundert wurde das Kloster in ein Chorherrenstift umgewandelt und erlebte eine Blütezeit – diesen Bau kennen wir heute als Gumbertuskirche. Baubeginn der Johanniskirche war im zweiten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts. 1528 trat die Kirche – wie die gesamte Markgrafschaft Ansbach unter Markgraf Georg dem Frommen – der evangelisch-lutherischen Reformation bei.

Ab 1410 wurde St. Johannis zu einer gotischen Hallenkirche (Staffelhalle) erweitert, die 1458 geweiht wurde. Baumeister waren die Steinmetzen Endres Embhart und Wilhelm Kreglinger (urkundlich belegt). Charakteristisch sind die unterschiedlichen Türme: Der Südturm mit Kreuzgewölbe (ältere Phase) und der reich verzierte Nordturm mit Netzgewölbe und Treppenturm, dessen Bau bis 1508 dauerte. Der Chor entstand 1441–1458, wie der Grundstein am Palmsonntag 1441 belegt. An den Strebepfeilern finden sich Baldachine mit Statuen, von denen elf (Originale und Kopien) erhalten sind.

Besonders wertvoll sind die Chorraumfenster mit Darstellungen von Martin Luther, Propheten und Evangelisten, geschaffen 1903 von Franz Xaver Zettler aus München. Der Altar aus St. Gumbertus wird dem Renaissance-Bildhauer Peter Flötner (um 1522) zugeschrieben und zeigt Einflüsse der italienischen Renaissance. In der Fürstengruft ruhten einst Sarkophage der Markgrafen, die 1977 in die Krypta von St. Gumbertus überführt wurden.

Seit 1436 ist St. Johannis eine selbstständige Pfarrei und Bürgerkirche für die Stadt und umliegende Ortsteile. Heute finden hier Gottesdienste, Konzerte und Ausstellungen statt. Auf der Empore steht die 1962 gebaute Rieger-Orgel (1991 überarbeitet von Mühleisen), und die älteste Glocke Ansbachs (um 1400, fis) wurde nach den Weltkriegen nach St. Gumbertus umgesetzt – neue Glocken erklingen im Gloria-Motiv d–e–g.

Zeittafel:

911–931: Wahrscheinliche Gründung.

1139: Erste urkundliche Erwähnung.

1410–1458: Umgestaltung zur gotischen Hallenkirche.

1436: Eigene Pfarrei.

1525: Erster evangelischer Gottesdienst in Ansbach.